Marco (39), Projektleiter

Es ist Freitagvormittag und Marco ist im Homeoffice. Bevor unser Interview beginnt, muss der Vater von zwei Töchtern (6 Jahre und 1 Jahr) noch schnell mit seiner Chefin zu Ende chatten. Dann ist er für uns da.

  • Projektleiter/ Web Manager
  • 39 Jahre
  • verheiratet
  • 2 Töchter (6 Jahre und 1 Jahr)
  • Beruf der Partnerin: in Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin

Marco, ich wusste gar nicht, dass Du heute arbeiten musst.
Doch, doch, aber nur noch 3 Stunden von zu Hause. Die Zeit für das Interview nehme ich mir quasi als vorgelagerte Mittagspause und arbeite danach weiter.

Prima, dass das geht. Dann fangen wir mal an. So, Sprachmemo angeschaltet…

Im Gespräch

Was davor geschah…

Welchen Beruf hast Du ausgeübt, bevor Du Vater wurdest?
Bevor ich zum ersten Mal Vater wurde – meine große Tochter Ella ist jetzt 6 ½ Jahre alt – war ich Online-Redakteur.

Wie viele Stunden hast Du pro Woche gearbeitet?
40 Stunden. Und nachdem sie einige Zeit auf der Welt war, habe ich auf 32 Stunden reduziert.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie hoch war Deine berufliche Zufriedenheit (1 unbefriedigend und 10 exzellent)?
Bevor meine Tochter geboren wurde – da war ich bei einer anderen Firma, als ich jetzt bin – war meine berufliche Zufriedenheit nicht so hoch, sie lag ungefähr bei 3 bis 4.

Hattest Du weitere Ambitionen bezüglich Deiner Karriere?
Das erste Kind kam und ich bin, als sie ein halbes Jahr alt war, aus der ersten Firma – eher unfreiwillig – ausgeschieden. Dann bin ich in eine andere Firma gekommen, das ist noch eine andere, als die bei der ich jetzt bin. Leider konnte ich damals keine Elternzeit nehmen, weil ich gerade erst angefangen hatte, dort zu arbeiten. Aber hier konnte ich mich dann – ohne, dass ich konkrete Karriereambitionen hatte – weiterentwickeln. Ich denke auch, dass Kompetenz und gute Arbeit zwingender Maßen dazu führen, dass man sich weiterentwickeln kann. Konkrete Karriereambitionen hatte und habe also keine, erwarte aber schon eine leistungsbezogene Rückkoppelung von meinem Arbeitgeber.

Hatte der Weggang von der ersten Firma mit Deiner werdenden Vaterschaft zu tun?
Nein, gar nicht.

Und hättest Du Elternzeit genommen, wenn Du dort geblieben wärst?
Ja, auf jeden Fall und zwar den 13. Und 14. Lebensmonat meiner Tochter. Das habe ich dann gecancelt, weil diese zwei Monate genau in die ersten drei Monate meines neuen Jobs fielen. Beim zweiten Kind hat es dann geklappt.

Im Gespräch

Als das Baby kam…

Wie wurde die Nachricht, dass Du Vater wirst, in Deinem beruflichen Umfeld aufgenommen – also bei Deiner ersten Firma? Sehr gut. Sowohl bei der ersten Firma bei meinem ersten Kind, als auch bei meiner jetzigen Firma beim zweiten Kind.

Was wurde für die Zeit Deiner Abwesenheit geplant?
Nach der Geburt des ersten Kindes hatte ich drei Wochen Urlaub, den Urlaub hatte ich vorbereitet soweit es ging und Stellvertreter für meine Projekte eingearbeitet. Auch beim zweiten Kind habe ich Kollegen im Vorfeld gebrieft und Kompetenzen, die für meine Projekte wichtig waren, für die Zeit meiner Abwesenheit weiter gegeben.

Wie hast Du Dich im beruflichen Kontext in den Monaten vor der Geburt gefühlt?
Beim ersten Kind: Blindflug.

Beim zweiten Kind war der berufliche Wechsel, oder?
Eigentlich waren es sogar zwei Wechsel. Der erste Wechsel war nach der Geburt des ersten Kindes. Und dann vor der Geburt des zweiten, gab es auch noch einen zu co2online, der Firma, bei der ich jetzt bin. Da war meine Frau gerade erst schwanger.

Im Gespräch

Die Rückkehr des Kollegen-Vaters…

Hat sich für Dich etwas geändert, nachdem Du Dich vom Berufstätigen zum berufstätigen Vater entwickelt hast? Wahrscheinlich zunächst nicht so viel, weil Du weiter 40 Stunden gearbeitet hast, oder?
Na, ja: 40 Stunden ohne Kinder, sind 40 Stunden ohne Kinder und 40 Stunden mit Kindern sind 40 Stunden mit Kindern. Von daher, klar, hat sich die Belastung enorm geändert. Die Wochenenden, an denen man sich früher erholen konnte, fallen jetzt quasi weg. Das ist eine enorme Veränderung zu früher – egal, ob man als Vater weiter in Vollzeit arbeitet oder nicht. Das ist natürlich schon eine ganz andere Nummer. Ich habe ordentlich graue Harre generiert, in den letzten sechseinhalb Jahren…

„Graue Haare generieren“ ist eine schöne Umschreibung!
Im Büro hat sich eigentlich zunächst nichts geändert, bis ich irgendwann gesagt habe: „Ich kann jetzt nicht mehr 40 Stunden arbeiten. Das geht nicht mehr. Ich kann das nicht mehr, weil dann überhaupt kein Raum mehr bleibt für die Dinge, die mir wichtig sind und die auch für die Familie wichtig sind.“

Wenn Du von der Arbeit nach Hause kommst, hättest Du dann manchmal gerne noch 20 Minuten für Dich zum abschalten, bevor die Familie auf Dich einstürmt?
Ja, mir ist jetzt so bewusst wie noch nie, dass die kostbarste Zeit momentan eigentlich die ist, die ich für mich alleine habe. Auch früher konnte ich schon gut alleine seine sein, aber jetzt genieße ich es noch mehr mal mit niemandem sprechen zu müssen – und mal niemandem zu helfen, für niemanden etwas machen zu müssen. Und das ist einzig und alleine so, weil es so selten vorkommt.

Ja.
Die Freiräume werden halt enger und die muss man sich dann nehmen.

Wie hast Du die Kinderbetreuung organisiert? Zuerst war bestimmt Deine Frau bei der Kleinen –  und wie habt Ihr es dann gemacht?
Unsere ältere Tochter ist mit einem Jahr in die Kita gegangen. Mira, die jüngere, mit vierzehn Monaten. Bei der Jüngeren war die Eingewöhnung auch deutlich einfacher, als bei der Älteren. Da meine Frau aber eine postgraduelle Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin angefangen hat, konnten wir es beides Mal irgendwie organisieren. Von 9 bis 15/16 Uhr war und ist auch heute noch die Betreuung geregelt.

Was hat Dir vielleicht geholfen?
Anna, ganz klar.

Deine Frau?
Ja.

Was war vielleicht ein Hindernis?
Dass ich in der ersten Zeit noch so viel gearbeitet habe. 40 Stunden sind nicht kompatibel für Familien. Auch dann nicht, wenn nur einer in der Familie arbeiten geht. Auch dann ist es einfach nicht kompatibel, denn das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Arbeit ist natürlich wichtig, sie hat einen Zweck und einen Sinn und es ist auch schön, wenn es Spaß macht, aber sie ist nicht das Ziel.

Kennst Du es, dass man dann in Teilzeit komprimierter arbeitet, als vorher in Vollzeit?
Ja, als ich von 40 auf 32 Stunden gekürzt habe, da ist es natürlich so gewesen, dass ich die gleiche Arbeit mit 8 Stunden weniger erledigen musste. Bei der neuen Firma co2online habe ich mit 32 Stunden angefangen, aber das Pensum ist hoch. Hier ist aber klar, dass ich nicht für 40 Stunden angestellt bin und nicht die Arbeit von 40 Stunden machen kann. Ich mache zwar auch Überstunden und es gibt Zeiten, wo es mehr ist, aber es gibt auch Zeiten, wo es weniger ist und dann kann ich die Überstunden auch wieder abbauen. Also insgesamt ist das Arbeitspensum meiner Stundenzahl entsprechend hier angemessen.

Was machst Du mit den 8 Stunden, die Du unter der Woche nun mehr Zeit hast?
Ich hole die Kinder am Mittwoch ab, wenn Anna in der Praxis ist und ich hole sie am Freitag ab. Freitags muss ich ohnehin nur 3 bis 4 Stunden arbeiten. Dieser halbe Tag am Mittwoch ist aber im Prinzip oft so, dass ich kaum etwas schaffe. Ich bin zwar schon um 8 Uhr im Büro, weil ich ja jetzt ein Schulkind habe, arbeite bis ungefähr 12:30 Uhr und schaffe in Wirklichkeit während dieser Zeit natürlich schon etwas. Gefühlt ist es aber zu wenig. Denn nach unserem gemeinsamen Mittagessen mit den Kollegen habe ich von 13/13:15 Uhr nur noch bis 15 Uhr Zeit. Und das ist wirklich sehr eng manchmal… Halbe Tage sind schwierig.

Ja, kommt mir bekannt vor.
Teilzeit ist gut, halbe Tage sind schwierig. Aber leider ist das so in Deutschland. In Norwegen wäre es normal, dass alle um 15 Uhr nach Hause gehen. Alle haben ein Firmenhandy und wenn noch etwas ist, dann telefoniert man eben noch mal. Und es ist völlig normal, dass relevante Meetings dort nicht am Nachmittag stattfinden, also nicht nach 15 Uhr. In Deutschland ist das nicht so.

Wie verhältst Du Dich dann, wenn Meetings bspw. am Mittwochnachmittag stattfinden, wenn Du Deine zwei Mädchen abholen must?
Zum Glück ist das bei uns in der Firma sehr gut geregelt. Bei uns wird darauf Rücksicht genommen, wann wer da ist. Aber anderswo ist das nicht so. Ich bin jetzt seit 2011 bei co2online und bis auf einen Mitarbeiter arbeitet das ganze Team in Teilzeit, sogar die Chefinnen, die auch Mütter sind.

Klingt gut. Und zeigt ja eigentlich auch, dass es funktioniert, oder?
Ja, es geht. Und es kann auch nicht anders sein, wenn alle Kinder haben. Es klappt wirklich sehr, sehr gut.

Hast Du noch Unterstützung von anderen Personen, um Deinen Alltag zu meistern (Großeltern, Au Pairs, Babysitter, Freundinnen und Freunde) – abgesehen von der Mutter Deiner Kinder?
Meine Schwiegereltern wohnen in Berlin, waren aber, als unsere ältere Tochter Ella geboren wurde, auch noch berufstätig. Beide sind auch noch recht jung. Seit sie nicht mehr Vollzeit arbeiten, geben sich beide – meine Schwiegermutter und mein Schwiegervater – sehr viel Mühe, uns im Alltag zu unterstützen.

Sehr gut.
Ja, das ist hilfreich. Zum Beispiel an den Ausbildungswochenenden meiner Frau – sie wird Kinder- und Jugendpsychotherapeutin – sind meine Schwiegereltern oft da, wenn sie Zeit haben.

Wie viel Prozent Unterstützung erhältst Du ungefähr von den genannten Personen?
Also Anna und ich zusammen haben, wenn man die Kita nicht mitzählt, ungefähr 15 Prozent Unterstützung von den Schwiegereltern. Aber es variiert. Mal mehr, mal weniger.

Und zwischen Euch, was glaubst Du, wie ist es da verteilt?
Seit Anna die Ausbildung macht, bin ich sicher engagierter. Sie hat aber grundsätzlich einen besseren Zugang, Kindererziehung ist immer noch eine Blackbox für mich.

Na, sie ist ja auch vom Fach, sei mal nicht so streng mit Dir.
Genau. Aber wir machen das glaube ich auch ganz gut. Vielleicht liegt 60 Prozent bei Anna und 40 bei mir. Aber durch die Wochenenden, an denen sie nicht da ist, hole ich quasi auf. Da liegt die Betreuung zu 80 Prozent bei mir.

Also, Pi mal Daumen.
Ja. Unter der Woche hole ich die Kinder nachmittags an zwei Tagen und sie an drei Tagen ab. Demnächst wird sich das wieder ändern und sie wird sie jeden Tag holen, weil ihre Praxis vorbei ist. Dann kann ich wieder länger arbeiten. Es wechselt also immer.

Im Gespräch

Was ist das für ein Grummeln?
Das ist Alfred. Mein Nachbar….

Ok, na dann…
Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie hoch ist jetzt Deine berufliche Zufriedenheit (1 unbefriedigend und 10 exzellent)?
8 bis 9.

Warum ist das so?
Weil es eine tolle Firma ist. Früher habe ich für Agenturen unterschiedliche Projekte gemacht. Eine Identifikation mit den Kunden war da für mich nicht immer möglich. Ich habe meine Arbeit so gut wie möglich gemacht, aber ohne daran zu hängen. Seit ich bei co2online bin, habe ich einen persönlichen Bezug und lebe die Werte der Firma. Das ist natürlich toll.

Was war die schwierigste Situation, mit der Du Dich konfrontiert gesehen hast?
Es gab 2010 eine Phase als Ella, meine Große, noch nicht drei war. Mein Job war zu dem Zeitpunkt sehr stressig und der Kunde war sehr, sehr schwierig. Es hat überhaupt keinen Spaß gemacht. Es war der Winter, in dem es sechs Wochen lang nicht hell wurde, weil die Sonne in Berlin einfach nicht durchkam. Es war schweinekalt, Ella war ständig krank, es gab überhaupt keinen Moment mehr, an dem ich zur Ruhe kommen konnte und da bin ich knapp am Burn-out vorbei geschlittert. Eine anfängliche Depression, ein beginnender Burn-out. Das war sicherlich die härtestet Prüfung, die ich durchgemacht habe. Allen ging es schlecht. Ella ging es schlecht, Anna ging es schlecht, mir ging es schlecht.

Ja, bei Krankheit fängt es wirklich an, schwierig zu werden…
Und beim ersten Kind macht man sich einfach noch mehr Sorgen, wenn es krank ist…

Wie bist Du damit umgegangen?
Das war der Zeitpunkt, an dem ich gesagt habe: „So, jetzt geht es nicht mehr!“ Von da an habe ich Stunden reduziert.

Ach, das war der Auslöser?
Ja, genau, das war der Auslöser, dass ich gesagt habe, jetzt arbeite ich nicht mehr 40 Stunden. Und langsam wurde es dann besser…

Hat Dein Arbeitgeber das mitgemacht?
Er musste. Ich habe ihm gesagt, dass es so nicht geht, dass ich sonst bald ganz ausfalle, weil ich kurz vor dem Zusammenbruch bin. Der Kunde, den ich damals betreut habe, war sehr wichtig für die Agentur. Meine Verhandlungsposition war daher gut. Deshalb konnte ich sogar mein Gehalt behalten und gleichzeitig Stunden reduzieren. Jeden zweiten Freitag habe ich frei gehabt. Und langsam ging es mir dann besser.

Würdest Du rückblickend etwas anders machen?
Ich glaube, dass ich von vornherein hätte anstreben sollen, weniger zu arbeiten und mehr Zeit für die Familie zu haben – oder auch mehr Zeit für mich. Denn, wenn ich selber entspannt bin, kann ich mich besser um meine Familie kümmern. Ich habe wirklich 40, manchmal 42, 43 oder 44 Stunden gearbeitet. Ich weiß auch, dass es Leute mit Kindern gibt, die 50, 60 Stunden arbeiten und das ganz normal finden und sich freuen, weil natürlich auch Asche mit rum kommt. Aber dann ist die Frage, wo liegt die Priorität? Wenn sie auf der Asche liegt, gut, dann sei das so. Aber das ist nicht meine Priorität. Und ich sehe eben ganz klar, was ich für mich tue, das tue ich auch für die Familie. Also, Fazit: Ich hätte mir gerne gleich von Anfang an mehr Zeit genommen. Was ich beim zweiten Kind gemacht habe, hätte ich schon beim ersten tun sollen. Für mich und für die Familie.

Bei Deiner zweiten Tochter hast Du ja auch Elternzeit nehmen können.
Ja, genau. Eigentlich hätte ich sogar gerne 6 Monate gehabt, aber da ich damals gerade erst ein halbes Jahr bei meiner jetzigen Firma war, habe ich nur zwei Monate genommen. Während des 13. Und 14. Lebensmonats von Mira, meiner Kleinen, war ich zu Hause und habe sie auch in der Kita eingewöhnt. Da meine Frau zu dieser Zeit nicht arbeiten musste, hatten wir eine tolle Familienzeit, denn unsere Große war auch noch nicht in der Schule.

Wie fühlst Du Dich und was denkst Du, wenn Du Dich mit anderen berufstätigen Eltern vergleichst?
Was ich vorher über andere Eltern gesagt habe, die viel arbeiten, soll nicht anklagend sein. Jeder hat eben eine andere Zielsetzung. Zeit hat bei mir aber einen größeren Wert als Geld. Zeit kann ich mir später nicht mehr kaufen – von egal wie viel Geld. Andere sehen das anders, das ist völlig in Ordnung, aber ich brauche kein tolles Auto… Meine Bedürfnisse sind anders. Für das Leben muss es reichen. Und ich spiele ab und an gern Golf. Das ist mein Ausgleich, das ist teuer, dafür muss das Geld auch reichen.

Und wenn Du Dich jetzt noch mal konkret mit anderen berufstätigen Eltern vergleichst?
Das kann ich fast nur mit meinen Kolleginnen und Kollegen und die sehen das ähnlich wie ich und leben auch ähnlich.

Und außerhalb des Büros?
Außerhalb der Firma leben viele, die ich kenne, das auch so.

Kennst Du denn noch andere, die so denken wie Du, die aber in einem anderen Umfeld arbeiten und bei denen es – aus welchen Gründen auch immer – schwerer wäre, Stunden zu reduzieren?
Ja, das kenne ich auch. Ein Freund von mir, der Vater ist, muss dreimal in der Woche nach Wolfsburg pendeln. Er machte es vor allem, weil es ihn thematisch interessiert, aber das ist natürlich eine wahnsinnige Belastung.

Was würde Deine berufliche Situation optimieren?
Ich glaube, da gibt es momentan wenig zu optimieren.

Glückwunsch!
Es gibt immer Dinge, die man optimiere könnte, aber momentan kann und will ich mich einfach nicht beschweren.

Im Gespräch

Was es sonst noch zu sagen gibt…

Zum Schluss, lieber Marco,  kannst Du noch das loswerden, was Dir noch wichtig ist.
Ausgehen kommt mir manchmal vor, wie eine Sache aus einem anderen Leben. Ich gehe zwar gelegentlich aus, aber dann bereue ich das meistens am nächsten Tag. Insofern finde ich, dass die Wochenenden häufig anstrengender sind, als die Woche.

Verkehrte Welt?
Ja, es hat aber einfach etwas damit zu tun, dass ich sehr strukturbedürftig bin. Und Struktur kann ich mir bei der Arbeit besser verschaffen, als zu Hause mit zwei kleinen Kindern. Manchmal gehe ich deshalb erledigter in den Montag, als in den Samstag.

Es ist auch immer toll, wenn einem Kollegen „einen schönen Feierabend“ hinterherrufen, wenn man nachmittags das Büro verlässt…
Ja, aber ich kann verstehen, dass das für Kinderlose nicht nachvollziehbar ist…

Man ist einfach nicht selbstbestimmt, wenn man sich um seine kleinen Kinder kümmern muss.
Richtig, und auf dem Spielplatz ist es auch nicht immer schön.

Keineswegs.
Ein Kind fällt und fängt an zu heulen, das andere schreit sowieso. Und dann muss das eine noch aufs Klo. Beide wollen Eis, wovon die Hälft in den Haaren landet oder in die Kleidung eingraviert wird…

Marcos Tipp: Als Tipp kann ich nur geben, dass beide Partner ab der Geburt des ersten Kindes Stunden reduzieren sollten. Das ist wirklich die einzige Methode, um für die gesamte Familie etwas Ruhe und Entspannung rein zu bringen. Ich weiß das wirklich aus eigener Erfahrung.

Marco, ganz herzlichen Dank an Dich, an unseren ersten Mann im dtfe.com-Interview und dem inspirierenden Teilzeitplädoyer!

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Interviews mit Eltern, die ihre Kinder lieben – und ihren Beruf.

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